Samstag, 21. Juli 2012

Vielleicht bist du der Adler, der nicht fliegen wollte...

Der in Anamabu in der Goldküste, dem heutigen Ghana, geborene James Aggrey (1875-1927) schrieb einst eine sehr weise Geschichte: 

Die Geschichte vom Adler, der nicht fliegen wollte
Ein Mann ging in den Wald, um einen Vogel zu fangen, den er mit nach Hause nehmen konnte. Er fing einen jungen Adler, brachte ihn heim und steckte ihn in den Hühnerhof zu den Hennen, Enten und Truthühnern. Und er gab ihm Hühnerfutter zu fressen, obwohl er ein Adler war, der König der Vögel.
Nach fünf Jahren erhielt er den Besuch eines naturkundigen Mannes. Und als sie miteinander durch den Garten gingen, sagte der: 
"Dieser Vogel dort ist kein Huhn, er ist ein Adler!"
"Ja", sagte der Mann, "das stimmt. Aber ich habe ihn zu einem Huhn erzogen. Er ist jetzt kein Adler mehr, sondern ein Huhn, auch wenn seine Flügel 3 Meter breit sind."
"Nein", sagte der andere. "Er ist immer noch ein Adler, denn er hat das Herz eines Adlers. Und das wird ihn hoch hinauffliegen lassen in die Lüfte."

Samstag, 7. Juli 2012

Von Philosophen & Katzenbabys oder Nicht für die Schule, sondern durch das Leben lernen wir

Vor einigen Tagen hörte ich eine Geschichte, die mich an ein ziemlich bekanntes Zitat des römischen Philosophen SENECA erinnerte (welcher übrigens vor 2000 Jahren etwa 11-16 Jahre alt war - ich fand bezüglich seines Geburtsjahres unterschiedliche Angaben). Du kennst sicherlich den Ausspruch 
"Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir." 
Ob dem so ist im Leben eines Schülers, darüber können wir diskutieren. Der Satz, den SENECA vor knapp 2000 Jahren von sich gab, lautete allerdings
"Non vitae, sed scholae discimus! - Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir!"
SENECA kritisierte die Schule seiner Zeit als weltfremd (oder lebensfremd), da seiner Meinung nach in der Schule eben für die Schule und eher weniger für das Leben gelernt werde. "Lebensweisheit liegt offener zu Tage als Schulweisheit; ja sagen wir’s doch gerade heraus: Es wäre besser, wir könnten unserer gelehrten Schulbildung einen gesunden Menschenverstand abgewinnen." - so sprach er damals. Ob seine ururalte Kritik auch heute noch Geltung findet - darüber können wir diskutieren.

Ich möchte nun von der Geschichte erzählen - einem kleinen Stück Lebensgeschichte, welches eine Mutter vor ein paar Tagen mit ihren Mitmenschen teilte: Sie durfte an diesem Morgen gemeinsam mit ihren Kindern miterleben, wie die junge Katze ihres Sohnes Junge bekam, und sie hätten sogar "Geburtshilfe" geleistet, da ein Katzenbaby sehr schwach war. Was für eine aufregende Erfahrung!